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Fünf Blockchains, die du (vermutlich) noch nicht kennst



Wir schreiben Dezember 2017. Der Krypto-Markt erreicht seinen (vorläufigen) Zenit. Die Euphorie kennt keine Grenzen. Viele Krypto- und Blockchain-Enthusiasten, aber auch Spekulanten sind in den vergangenen Wochen dazugestoßen. Sie alle wollen am digitalen Goldrausch teilnehmen und erkunden daher erwartungsvoll auch die Bitcoin-Alternativen – Altcoins. Hodler von NEO, Dash, Lisk, EOS oder NEM hoffen, dass auch ihre Coins bald bis in die Top fünf der Kryptos nach Marktkapitalisierung vorstoßen. Doch für sie kommt alles ganz anders. Blickt man in die heutige Besten-Rangliste, dominieren die neueren Blockchains wie Polygon, Polkadot, Avalanche oder Cardano die Krypto-Landschaft von 2022. Die Vergangenheit zeigt jedoch auch, dass diese nicht zwangsläufig Zukunftsgaranten sind.

Es lohnt sich daher für Krypto-Fans über den eigenen Tellerrand zu schauen und die potenziellen Blockchains von Morgen zu entdecken.

1. Sei Network (SEI)

Erste Station unserer Krypto-Erkundung: das Sei Network. Das Projekt sollte nicht verwechselt werden mit der Sui-Blockchain, gegründet von Ex-Mitarbeitern des verworfenen Facebook Stablecoins Libra (Diem). Sei bezeichnet sich selbst als erste “sektorspezifische Layer-1-Blockchain”, die speziell für Trading-Aktivitäten konzipiert wurde. “Jeder Aspekt der Blockchain ist in Hinblick auf Leistung und Benutzererfahrung einer Börse optimiert”, heißt es so in der Dokumentation zum Projekt.

Als “Decentralized NASDAQ” gibt sich Sei auf seiner Homepage daher und behauptet, die schnellste Blockchain des Marktes zu sein. In nur 600 Millisekunden soll die auf Cosmos gebaute Plattform Finalität erreichen und dabei 22.000 “Order pro Sekunde” abwickeln. Zum Vergleich: Ethereum erreicht Finalität in sechs Minuten und schafft dabei 20 Transaktionen die Sekunde. Das Projekt befindet sich derzeit im dritten von vier Akten des Incentivised-Testnet. Nutzer können hier für ihre aktive Beteiligung am Probenetzwerk belohnt werden. Ein Zeitraum für den Mainnet-Launch ist jedoch noch nicht gegeben.

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2. Shardeum (SHM)

Weiter geht es mit Shardeum. Gegründet wurde die Blockchain von Nischal Shetty, CEO von Indiens größter Krypto-Börse Wazir-X. Wie man dem Namen vielleicht entnehmen kann, steht hier das Sharding im Vordergrund. Was Ethereum noch im Verlauf weiterer Updates der kommenden Monate implementieren soll, will Shardeum schon von Beginn an können. Durch die Aufteilung des Netzwerkes in verschiedene Unter-Netzwerke und die Auslagerung des Transaktions-Archivs soll eine lineare Skalierung möglich sein. Bedeutet, hohe Geschwindigkeiten und Gebühren im unteren Cent-Bereich.

Auch Shardeum befindet sich derzeit in der Testnet-Phase, in welchem User dazu eingeladen sind, Test-Token anzufordern und auf teilnehmenden Plattformen zu verwenden. Ihre Kompatibilität mit der Ethereum Virtual Machine (EVM) bedeutet, dass die Chain mit Ethereum-Anwendungen wie der Wallet Metamask funktioniert. Voraussichtlich wäre das im ersten Quartal 2023 der Fall, also zum Start des Mainnets.

3. ZetaChain (ZETA)

Mit Cosmos, Polkadot und Thor rückte das Multi-Chain-Narrativ im Krypto-Sektor in den Vordergrund. Blockchains sollten demnach nicht nur voneinander getrennte Netzwerke, sondern interoperabel sein. ZetaChain möchte nun einen Schritt weiter gehen und setzt auf Omichain Smart Contracts. Soll heißen, Entwickler können mit ZetaChain Anwendungen programmieren, die auf unterschiedlichen Blockchains ausführbar sind. Das würde beispielsweise bedeuten, dass auch Bitcoin Smart Contracts möglich wären!

Zudem ist ZetaChain EVM-kompatibel und nutzt dazu seinen eigens entwickelten Omnichain-Standard zEVM/ ZRC-20. Somit ist es möglich, nur einen Smart Contract für alle möglichen Chains zu haben. Bis zum Launch im ersten Quartal 2023 müssen sich Nutzer auch hier mit einem Testnet begnügen. Wie aber bereits von Arbitrum bekannt, können sich User mit der ZetaChain Gilde auf Krypto-Schnitzeljagd begeben, um sich für zukünftige Belohnungen zu qualifizieren.

4. Canto (CANTO)

Der Vierte im Bunde: Canto. Diese Layer-1-Blockchain sieht sich als “freie, öffentliche Infrastruktur” und kann als “Anti-Establishment”-Blockchain verstanden werden. Denn gebaut wird die Blockchain nach eigenen Angaben von einem “lose organisiertem Kollektiv nativer On-Chain-Baumeister”. Eine Stiftung gibt es nicht, auch gibt es keinen Token-Pre-Sale oder Venture-Kapitalgeber. So wolle man dem originalen Credo der Kryptowährungen treu bleiben und die Plattform wie ein öffentliches Gut konzipieren, das allein dem Nutzer dient. DeFi-Projekte auf Canto können demnach beispielsweise keinen Governance-Token schaffen, über den Wert extrahiert wird.

Der Blockchain-eigene Token CANTO wird um NOTE ergänzt, die “Recheneinheit” des Projekts. NOTE soll ähnlich wie ein algorithmischer Stablecoin fungieren und stets um die Ein-Dollar-Marke schweben. Gesichert wird er durch Einlagen in anderen Stablecoins, ETH, ATOM oder CANTO. Das noch sehr junge Projekt startete im August und ist seit einer Integration mit der Blockchain-Brücke Synapse auf dem breiteren Krypto-Radar aufgetaucht.

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5. Regen Network (REGEN)

Das regenerative Finanzwesen bildete sich in den vergangenen Monaten als neuer Anwendungsfall für die Blockchain heraus. Damit wird dem ESG-Trend auch in der Krypto-Welt Eintritt gewährt und dürfte als Gegenargument für die antiquierte Umwelt-Kritik an Kryptowährungen gelten. Regen ist eine anwendungsspezifische Blockchain für digitale CO₂-Zertifikate, gebaut auf Cosmos. Jüngst startete das Netzwerk einen eigenen Marktplatz für Öko-Zertifikate auf der Blockchain, um mehr Transparenz und Überwachung im noch recht ineffizienten Carbon-Kredit-Markt zu schaffen.

Abgesehen vom spezifischen Use-Case bietet die Blockchain übliche Features wie Staking oder On-Chain-Governnance. Mit dem Nature-Carbon-Ton-Token (NCT) wurde von Regen zudem ein CO₂-Token erschaffen, der nun auch interoperabel im Cosmos-Ökosystem gehandelt werden kann. Umweltschutz meets DeFi, wenn man so will.

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